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Suchtberatung Region Wil: 2016 als Jahr der Veränderungen

Das Team der Suchtberatung Region Wil SBRW besteht aus sechs Personen – nebst Stellenleiter Hermann Gander gehören Stellenarzt Urs Germann, die Sekretariatsmitarbeiterinnen Karin Knecht und Claudia De Riva sowie zwei Suchtberaterinnen dazu. Bei letzteren gab es 2016 personelle Veränderungen: Die lang- jährigen Mitarbeiterinnen Edith Römer und Susanne Schultz haben gekündigt, um sich beruflich neu zu orientieren. Mit Rahel Gerber und Peter Lötscher konnten zwei neue Mitarbeitende eingestellt werden, die sich rasch und umsichtig in die Aufgaben der SBRW eingearbeitet haben. «Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal bei Edith Römer und Susanne Schultz für die gute Zusammenarbeit bedanken und freue mich nun auf eine ebenso gute Zusammenarbeit mit Rahel Gerber und Peter Lötscher», so Hermann Gander.

Die Aufgabenpalette ist breit: Das Team bietet neben der Beratung als Kernaufgabe auch psychosoziale Unterstützung, leistet Sachhilfe in den Bereichen Wohnen, Arbeit, Finanzen oder Justiz, vermittelt und begleitet Substitutionsbehandlungen und informiert über weiterführende Angebote wie Entzugsbehand- lungen und Therapien oder Anlaufstellen wie Fachärzte und Selbsthilfegruppen. Dabei begleitet und be- treut die Fachstelle Personen mit einer Suchtproblematik im Bereich illegaler wie auch legaler Suchtmittel

– von Cannabis bis Heroin, von Alkohol bis Medikamente, aber auch Essstörungen oder Spielsucht. Di- rektbetroffene, Angehörige und weitere Personen aus dem Umfeld nehmen die Dienstleistungen der SBRW in Anspruch. Neu werden die Fälle mittels E-Case, einer Aktenführungs-Software, bearbeitet. Die Einführung war anspruchsvoll, nun werden interne Abläufe abgestimmt.

Im vergangenen Jahr wurden 231 Klientinnen und Klienten betreut, das sind sieben mehr als im Vorjahr. Dabei wurden 967 Einzelgespräche (78 weniger als im Vorjahr) geführt, dazu kamen gut 750 telefonische Beratungen und Kontakte. Neben diesen Einzelberatungen für Direktbetroffene gab es über 40 Bespre- chungen mit Angehörigen und Drittpersonen, 27 Konferenzen und Gespräche unter Einbezug von ande- ren Fachpersonen, 19 Begleitungen und Besuche sowie 35 Paar- und 23 Familiengespräche.

Im Bereich der legalen Süchte wie Alkohol, Essstörungen oder Spielsucht sank die Zahl der Fälle wie schon im Vorjahr; sie ging von 108 auf 100 zurück. Im Bereich der illegalen Suchtmittel zeigte sich eine gegen- läufige Entwicklung, die Fallzahl stieg von 116 auf 131. Mit 87 Neuanmeldungen (legale Süchte 31; illega- le Süchte 56) lag 2016 im Bereich des Vorjahres. Bei den illegalen Suchtmitteln halbierte sich die Zahl der Neuanmeldungen in der Stoffgruppe Kokain von zwölf auf noch sechs. Die übrigen Substanzen wie Ecsta- sy, Heroin oder Methadon lagen im Bereich der Vorjahre, ebenso wie Cannabis als nach wie vor grösste Stoffgruppe (von 34 auf 36 Neuanmeldungen). Im Bereich der legalen Suchtmittel lag das Schwergewicht der Neuanmeldungen wiederum in der Stoffgruppe Alkohol, auch wenn sich ein leichter Rückgang zeigte (von 28 auf 24). Diesen Neuanmeldungen standen 117 Austritte gegenüber.

Ein problematischer Umstand akzentuierte sich 2016 im medizinischen Bereich: Die interdisziplinäre Zu- sammenarbeit mit Stellenarzt Urs Germann ist nach wie vor sehr gut, darüber hinaus wurde aber ein aku- ter Mangel an Hausärztinnen und -ärzten in Wil festgestellt. «Alle uns bekannten Praxen haben einen Stopp für neue Patienten verfügt – Plätze für Klienten zu finden ist daher sehr schwer», so Stellenleiter Hermann Gander. Auch sei es nicht einfach, Hausärztinnen und -ärzte zu finden, die bei Substitutionsthe- rapien von opioidabhängigen Personen Methadon abgeben würden. (SBRW)


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