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Kunststoffsammlung KUH-Bag

Auf den 1. Januar 2019 führt die A-Region (Abfallregion St.Gallen-Rorschach-Appenzell) die gemischte Kunststoffsammlung mit dem KUH-Bag ein. Damit beteiligt sie sich am über drei Jahre bestehenden und bewährten Kunststoffsammelsystem des Zweckverbands Abfallverwertung Bazenheid ZAB sowie des Verbands KVA Thurgau. Somit umfasst das KUH-Bag-Gebiet neu und flächendeckend rund 130 beteiligte Gemeinden mit rund einer halben Million Einwohnerinnen und Einwohnern: KUH-Bag von Stein am Rhein bis zum Säntis. Bezogen auf die ganze Schweiz ist dies das grösste Gebiet mit einem einheitlichen Sack.

Mit der Einführung des KUH-Bags kommt die A-Region dem grossen Bedürfnis der Bevölkerung entgegen, Kunststoffe aus Haushalten separat zu sammeln und diese primär dem stofflichen Recycling zuzuführen. Mit dem KUH-Bag nutzt die A-Region ein einheitliches und einfaches System, das die bestehenden selektiven Sammlungen für PET- und Plastikflaschen des Detailhandels ergänzt.

Gebührenpflichtiger Sammelsack

Bei den gemischten Kunststoffen aus Haushaltungen handelt es sich um einen klassischen Siedlungsabfall, welcher in den Monopolbereich der Gemeinden fällt - vergleichbar mit anderen Recyclingstoffen wie beispielsweise Altpapier oder Altglas. Während beispielsweise für Glas- oder PET-Flaschen bereits beim Verkauf eine sogenannte „vorgezogene Entsorgungsgebühr“ (VEG) erhoben wird, erfolgt die Finanzierung der gemischten Kunststoffsammlung wie beim Kehricht über eine Sackgebühr. Mit den Gebühren werden insbesondere die Sammellogistik, die Sortierung, die Zuführung des verwendbaren Materials in die Wiederverwertung sowie die thermische Behandlung der nicht verwertbaren Reststoffe und Verschmutzungsanteile finanziert. Das Sammelgebinde kostet mit zwei Franken für einen 60-Liter-Sack und 1.40 Franken für einen 35-Litersack allerdings etwas weniger als ein Kehrichtsack gleicher Grösse.

Verkauf und Rückgabe

Erhältlich ist der neue Sack in der A-Region an den meisten üblichen Verkaufsstellen für Kehrichtsäcke. Anders als beim Kehrichtsack erfolgt die Materialrücknahme jedoch über ein Bringsystem. Wenn der Sammelsack gefüllt ist, kann man ihn an die Sammel- und Rückgabestellen in den beteiligten Gemeinden zurückbringen. In Bütschwil erfolgt die Rückgabe beim Werkhof und in Ganterschwil bei der Sammelstelle beim Gemeindehaus. Eine aktuelle Liste der Verkaufs- und Rücknahmestellen findet sich auf der eigens dafür eingerichteten Webseite www.kuh-bag.ch.

Welche Kunststoffabfälle werden gesammelt?

Gesammelt werden alle Kunststoffverpackungen und Getränkekartons, die in einem Haushalt anfallen. Auch Blumentöpfe, Eimer und Kanister sind für das Recycling gut geeignet. Damit bei der stofflichen Verwertung keine Qualitätseinbussen resultieren, sollten jedoch die Verpackungen entleert sein und insbesondere keine Lebensmittelabfälle mehr enthalten.

Nicht geeignet sind Spielzeuge, Rohre, Schläuche, da diese oft aus verschiedenen, teilweise auch nicht stofflich verwertbaren Kunststoffen zusammengesetzt sind. Ebenfalls ungeeignet sind alle PVC-Produkte. Auch Verbundverpackungen, also Verpackungen aus verschiedenen Materialien gehören nicht in den Kunststoffsack. Aus hygienischen Gründen sollte man verunreinigte Fleischverpackungen weiterhin in den Kehricht werfen.

Positive Erfahrungen

Nach über drei Jahren Erfahrungen mit dem KUH-Bag können durchwegs positive Schlussfolgerungen gezogen werden. Diese basieren vor allem auf den Erkenntnissen und Beobachtungen der Empa.

Über die ganze Beobachtungsphase konnte je nach Sortierverfahren eine Recyclingquote (Anteil der gesammelten Menge, die stofflich verwertet wird) von rund 50 bis 60 Prozent erreicht werden. Rund die Hälfte des gesammelten Kunststoffs konnte somit in der Schweiz oder europäischen Ländern dem Recycling zugeführt und stofflich wiederverwertet werden. Die nicht recyclierbaren Kunststoffe - beispielsweise Verbundkunststoffe wie Fleischverpackungen - werden prioritär in der Schweiz energetisch verwertet. Das System wird weiter optimiert, um das Entwicklungspotenzial der stofflichen Verwertung noch besser zu erschliessen und die Recyclingquote stetig zu erhöhen


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