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November 2017, Gustav à l'école

Musikunterricht auf Französisch mit Gustav

Die Kindergartenkinder und Primarschüler aus Dietfurt sowie die 5./6. Klässler aus Bütschwil genossen am Mittwoch zwei Unterrichtsstunden der besonderen Art – mit „Gustav à l’école“.

Aufgeregt machten sich die Schülerinnen und Schüler am Mittwoch nach der Pause auf den Weg in die Turnhalle in Dietfurt. Viel vorstellen konnten sie sich unter dem angekündigten Sonderprogramm nicht. Da werde jemand auf der Bühne stehen und Französisch sprechen, hiess es. „Das verstehen wir doch gar nicht.“ Die anfängliche Skepsis konnte der Westschweizer Musiker Pascal Vonlanthen alias Gustav mit seiner charmant-humorvollen Art und einem abwechslungsreichen Programm schnell in Begeisterung umwandeln. Eifrig summten, klatschten, sangen die Kinder mit und lernten nebenbei verschiedene französische Vokabeln und Sätze, jeweils praktisch illustriert und zweisprachig benannt an der Leinwand. Neben der spielerischen Schulung in einer unserer Landessprachen erklärte «Güüstav» den Kindern, wie ein Musikstück aufgebaut ist. Dazu gehöre ein Puls und ein paar Töne, verpackt in einer Melodie. Mit im Gepäck hatte der «Welschländer» Schlag-, Tasten-, Saiten- und elektrische Instrumente. Viel Gelächter erntete er für die Darbietung der Trompete, die gemäss Gustav kein Blas-, sondern eher ein Furzinstrument sei. Das wichtigste Instrument trage aber ein jeder immer mit sich herum – die Stimme. Diese setzten die Kinder dann auch voller Inbrunst ein, als sie zusammen in das neu erlernte Lied «Lundi matin» einstimmten. Der eine oder andere meckert dann vielleicht nächsten Montagmorgen auf französich - «je ne veux pas me lever – non!».

Neben dem Einüben des Ohrwurm-Songs befasste sich der aus Freiburg stammende, Deutsch und «Chuderwelsch» sprechende ehemalige Lehrer auch mit verschiedenen Musikstilen. Neben dem typisch französischen Liebeslied und fetzigen Balkanklängen punktete er vor allem mit seiner Metal-Darbietung. Highlight dabei war, als die 5. Klass Mädchen auf die Bühne gebeten wurden, wo sie kräftig «headbangen» - also ihren Köpfe schütteln und ihre Löwenmähnen herumwirbeln sollten. Für einmal freuten sich die Kinder sogar über die erteilte Hausaufgabe. Sie sollten nämlich zuhause AC/DC googeln und zu «Highway to hell» so richtig abrocken. Zum Abschied erhielten die Schülerinnen und Schüler ein grosses Lob vom welschen Musiker. Er sei schon in vielen Schulen gewesen, selten habe er so viel Talent gesehen wie in Dietfurt. Denn die Kinder durften nicht nur mitsingen, -pfeifen und tanzen, ebenfalls durften einige ihre musikalischen Fähigkeiten auf der Bühne präsentieren und den Gesang mit verschiedenen Instrumenten begleiten. «Gustav à l’école», die als Musikaufführung «getarnte» Französischlektion hinterliess sichtlich Eindruck. Sichtbare Spuren zeigen sich auf zahlreichen Hausschuhen der Kinder, die sich begeistert ein Autogramm vom Westschweizer Musiker holten.