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Düngen im Winter – auf eigene Verantwortung

Der Kanton St. Gallen kennt kein kalendarisch bezeichnetes Verbot für das Ausbringen von Gülle und Mist. Die Landwirte müssen selber über den umweltgerechten Austrag der Hofdünger entscheiden.

Vegetationsruhe – kein Austrag von stickstoffhaltigen Düngern (Mist und Gülle)

Wie die letzten Winter gezeigt haben, kann es durchaus länger dauern, bis ein sinnvoller Austrag wieder möglich wird. Sinnvoll sind Nährstoffgaben dann, wenn die Nährstoffe zu diesem Zeitpunkt in die Pflanze gelangen, wenn sie gebraucht werden. Mit einem Austrag während der aktiven Wuchszeit wird der Nährstoffbedarf der Vegetation gedeckt und somit die gewünschte Wirkung erzielt. Der Austrag von stickstoffhaltigen Düngern wie Mist und Gülle ist deshalb während der Vegetationsruhe nicht zulässig. Bei wassergesättigtem, gefrorenem oder schneebedecktem Boden stellen vor allem flüssige Hof- und Recyclingdünger eine erhöhte Gefahr dar. Es besteht die Gefahr, dass ein grosser Teil der ausgebrachten Nährstoffe in Bäche, Seen oder Grundwasser gelangt.

Der Gülleaustrag ist nicht erlaubt, wenn eines der folgenden Kriterien zutrifft:

  • Der Boden ist schneebedeckt (der Schnee bleibt witterungs- und standortbedingt länger als einen Tag liegen).
  • Der Boden ist tiefgründig gefroren (an mehreren Stellen lässt sich ein spitzer Gegenstand wie ein Taschenmesser oder ein Schraubenzieher nicht mehr ohne grösseren Kraftaufwand in den Boden stossen).
  • Während der Vegetationsruhe (die durchschnittliche Tages- und Nachttemperaturen liegen seit mindestens 5 Tagen unter 5°C).
  • Der Boden ist wassergesättigt (es bleiben Wasserlachen liegen und eine Bodenprobe fühlt sich nass und breiig an).
  • Der Boden ist vollständig ausgetrocknet (es sind Schwundrisse sichtbar).

Gemeinden überwachen – Verantwortung liegt beim Bewirtschafter

Es ist Aufgabe der Gemeinden, zu überwachen, ob die Vorschriften über die Verwendung von Düngern eingehalten werden. Die Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter tragen aber in jedem Fall die Verantwortung für die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften. Unterstützung und Informationen finden die Landwirte auf der Homepage des AFU mit spezifischen Wetterdaten über einen Link sowie direkt auf den Internetseiten "www.agrometeo.ch" und "www.ostluft.ch". Bei Fragen oder bei Unsicherheit stehen den Landwirten die Fachleute des AFU (Telefon 058 229 30 88) gerne zur Verfügung.


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